Andreas Hofer Bund e.V.
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Alpenregionsfest

Fest in Schützenhand war am Sonntag, den 3. Juni 2012, das kleine Dorf Vielgereut/Folgaria in

Welschtirol

Dort fanden sich anlässlich des 22. Alpenregionstreffens rund 4.000 Schützen aus Bayern, Nord- , Ost-, Süd- und Welschtirol ein, um mit dem Oberhaupt der alten Erzdiözese Trient, Exzellenz Msgr. Bischof Luigi Bressan den Festgottesdienst zu feiern. Die Alpenregion der Schützen wurde am 13. April 1975 in Innsbruck gegründet. Drei Jahre später fand das erste Alpenregionstreffen in Mutters im Norden Tirols statt. Seither treffen sich die Schützen jedes zweite Jahr an einem anderen Ort zu ihrem grenzüberschreitenden Fest. Heuer fand das Alpenregionsfest zum dritten Mal in Welschtirol statt. Zahlreiche Kompanien und Abordnungen waren bereits am Samstag aufmarschiert, als die Alpenregionsfahne von der Schützenkompanie Fulpmes, wo das letzte Treffen stattgefunden hat, der Kompanie Folgaria überreicht und der "Große Österreichische Zapfenstreich" aufgeführt wurde. Vielgereuth ist ein geschichtsträchtiger Ort. Von bajuwarischen Sprachinseln bis hin zu Schützengräben kündet dort vieles davon, wie eng die Geschichte von Bayern und Tirol deutscher, ladinischer und italienischer Zunge verflochten ist. Der geschäftsführende Landeskommandant der Tiroler Schützen, Mjr. Elmar Thaler meinte in seinem Grußwort, das der Gemeinschaftsgeist der Alpenregion für ihn wie ein Aspirin wirke, wenn man - besonders in Südtirol kommt dies in letzter Zeit immer öfter vor - in volkstumspolitischer Hinsicht Kopf- und Bauchschmerzen hätte. Begrüßt wurden die Teilnehmer auch vom Landeshauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen, Karl Steininger und vom Landeskommandanten der Welschtiroler Schützen Paolo Dalpra. Viele Monate sei er durch die Hölle gegangen, weil er auf großen Widerstand gestoßen sei. Heute befinde er sich an der Tür zum Paradies, meinte ein sichtlich gerührter Dalpra. Auch die Landeshauptleute der politisch getrennten Teile Tirols, Günther Platter und Luis Durnwalder, der Staatsminister und Leiter der bayerischen Staatskanzlei Thomas Kreuzer in Vertretung des bayerischen Ministerpräsidenten sowie Landesrat Franco Panizza haben Grußworte an die Schützen gerichtet. Wie es volkstumspolitisch in Südtirol steht, stellte Landeshauptmann Luis Durnwalder selbst dar. In seiner wild gestikulierend Minutenlang, auf italienisch gehaltenen Rede, die nur etwa ein fünftel der Besucher verstanden, bekam man den Eindruck, daß die Landesregierung das Tiroler Volkstum nicht mehr sonderlich interessiert. In Deutsch allerdings, war er viel  zurückhaltender und beschränkte sich nur auf das wesentliche, das ihn mäßigen Applaus einbrachte. Platter und Durnwalder forderten unisono den stärkeren Ausbau der Europaregion Tirol und kritisierten den Zentralismus, der von Rom, Brüssel und Wien ausgeht. Deutlicher wurde schon Fritz Tiefenthaler, der Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützenkompanien  in seiner vielbeachteten Rede, die ihm tosenden Beifall einbrachte. Er forderte eindringlich von der Politik, das man endlich auch südlich des Brenners die Säbel und Gewehre mitnehmen könne, das die Italiener immer noch verwehren. Das sollte in einem angeblich zusammenwachsenden Europa möglich sein. Er sprach auch im Namen der bayerischen Gebirgsschützen, die zahlreich erschienen waren. Er selbst, so Tiefenthaler, hat seinen Säbel aus Solidarität nicht mitgenommen. Er kündigte einen diesbezüglichen Beschluss seiner Bundesleitung und einen Antrag an den Südtirol-Unterausschuss im österreichischen Nationalrat an. Fritz Tiefenthaler, ein Mann der Worte und Taten, ein Mann den Nord und Süd- Tirol braucht um die Verbindung zum abgetrennten Vaterland zu festigen. Als Überraschungsgast war übrigens Karlheinz Töchterle, österreichischer Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, anwesend: inkognito - in der Tracht und in den Reihen der Musikkapelle Telfes, bei der er seit seiner Jugend als Flügelhornist Mitglied ist. Pater Leo Weber, Salesianer aus dem Kloster Benediktbeuern in Bayern und Historiker, forderte in flammenden Worten, das Tirol vereint gehört und die Tiroler von Kufstein bis Borghio dafür kämpfen sollen, dass das Land wiedervereinigt wird. Auch Auszeichnungen wurden auf dem gut organisierten Fest verliehen. Das Maximilianskreuz - eine der seltensten Auszeichnungen im Schützenwesen - erhielten Landeskurat Mons. Dr. Josef Haselwanner, E-Mjr. Hubert Straudi, Adjudant Günther Ziegelmeier, E-Mjr. Heinz Wotschitzky, Pater Leo Weber, Salesianer aus dem Kloster Benediktbeuern in Bayern und Mjr. Hans Steuxner. Der Andreas Hofer Bund Deutschland war mit seinem Obmann Stellvertreter Hermann Unterkircher vertreten. Der Andreas Hofer Bund Tirol mit Geschäftsführer Ing. Winfried Matuella und Obmann Stellvertreter Gottfried Deutsch.
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