Andreas Hofer Bund e.V.
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St. Pauls

Würdige Gedenkfeier zum  50. Todestag von den Freiheitskämpfer

Sepp Kerschbaumer

Bereits zum 50. Mal jährte sich heuer der Todestag des großen Tiroler Freiheitskämpfers Sepp Kerschbaumer. Kerschbaumer war der charismatische Gründer und Leiter des "Befreiungsausschusses Südtirol" (BAS). Diese Untergrundorganisation, der Tiroler aus beiden Landesteilen, aber auch andere Österreicher angehörten, widersetzte sich – vornehmlich mittels Anschlägen auf italienische Einrichtungen – seit Mitte der 1950er Jahre der auch vom demokratischen Italien nach Ende des Zweiten Weltkriegs mehr oder weniger bruchlos fortgesetzten Politik der entdeutschenden Italianità zwischen Brenner und Salurner Klause. An den Folgen schwerer Misshandlungen durch italienische Carabinieri starb Kerschbaumer am 7. Dezember 1964 im Gefängnis von Verona. Seiner, aber auch seiner Mitstreiter Luis Amplatz, Franz Höfler, Toni Gostner, Kurt Welser und Jörg Klotz wird bereits seit Jahrzehnten am 8. Dezember bei einer großen Gedenkfeier in St. Pauls gedacht.  Heuer waren an die 2.000 Teilnehmer, davon etwa 1.500 Schützen und Marketenderinnen, der gemeinsamen Einladung des Südtiroler Schützenbundes und des Südtiroler Heimatbundes gefolgt, um bei dieser Gedenkfeier ihren Respekt, ihre Achtung sowie ihren Dank an jene Männer auszudrücken, die für die Freiheit der Heimat ihr Leben lassen mussten. Das Vaterland Österreich war durch den Abgeordneten zum österreichischen Nationalrat Werner Neubauer vertreten. Aus der hiesigen Politik waren die Abgeordneten zum Südtiroler Landtag Martha Stocker, Tamara Oberhofer, Pius Leitner, Sigmar Stocker, Bernhard Zimmerhofer, Sven Knoll und Myriam Atz-Tammerle gekommen. Auch der Eppaner Bürgermeister Wilfried Trettl war anwesend. Nach der Frontabschreitung in der Paulsnerstraße durch LKdt. Elmar Thaler (SSB), Roland Lang (SHB), Mjr. Christian Meischl (BTSK), LKdt. Paolo Dalprà (WTSB) erfolgte der Abmarsch und der Einzug in die Pfarrkirche von St. Pauls. Dort zelebrierte Pater Reinald Romaner OFM die heilige Messe in Gedenken an all jene, die für die Freiheit der Heimat ihr Leben lassen mussten. Pater Romaner sagte, dass der Verstorbenen zu gedenken auch Heimatpflege sei. Tugenden wie Aufrichtigkeit, Standhaftigkeit und Ehrlichkeit seihen Tugenden die zur Heimatliebe dazugehören. Der zweite Teil der Gedenkfeier fand anschließend im Paulsner Friedhof statt. Eingangs begrüßte dort Roland Lang, der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, alle Anwesenden und wies auf die friedliche Abstimmung in Schottland hin. Auch Italien müsse Süd-Tirol dieses Recht zugestehen. Es folgte die Gedenkrede von Heinrich Oberleiter, einem ehemaligen Weggefährten von Sepp Kerschbaumer, der selbst an den Anschlägen in den 1960er beteiligt war. Da es bis heute Haftbefehle der italienischen Justiz gegen Oberleiter gibt, kann er - 50 Jahre nach den Anschlägen –immer noch nicht in seine geliebte Heimat einreisen. Die Rede musste deshalb von Benjamin Rauchenbichler, einem jungen Schützenkameraden der SK Steinhaus im Ahrntal verlesen werden. Im Alter von nur 20 Jahren schloss sich Heinrich Oberleiter dem Süd-Tiroler Freiheitskampf gegen die Willkür des italienischen Staates an. Er wurde bekannt als einer der "Pusterer Buam". In fragwürdigen Schauprozessen, an denen der italienische Staat bis heute unnachgiebig festhält, wurde er zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zunächst erzählte Oberleiter von seiner spektakuläre Flucht ins Vaterland Österreich im Dezember 1963. "Wer hätte damals gedacht, dass diese Flucht womöglich ein endgültiger Abschied von meiner Heimat werden sollte?! Und wer konnte damals schon ahnen, mit welch unglaublichen persönlichen Opfern dieser Freiheitskampf letztendlich verbunden sein würde?", so Oberleiter. Im Gegensatz zu Untergrundkämpfern wie den Brigate Rosse oder zur RAF ging es den Süd- Tiroler Freiheitskämpfern nie darum, die Rechtsstaatlichkeit anzugreifen. Man lasse sich auch heute nicht in rechts oder links einordnen, denn man habe damals einzig und allein für die Heimat gekämpft. „Es ging um Tirol.“ Oberleiter schloss seine patriotische Rede mit einem klaren Auftrag an alle Anwesenden: "Jetzt müsst ihr die Zukunft unserer Heimat Süd-Tirol in die Hand nehmen! Heute braucht es natürlich keine Gewaltanschläge mehr, um unserem Ziel näherzukommen. Heute habt ihr andere Möglichkeiten und Chancen. Aber tun müsst ihr etwas! Lasst euch nicht einlullen vom Wohlstand! Ruht euch nicht aus auf dem, was Süd-Tirol bisher erreicht hat! Jetzt seid ihr dran! Jetzt müsst ihr für die Freiheit kämpfen! Jetzt müsst ihr euch für die Einheit Tirols einsetzen!" Es folgten die Schlussworte des Landeskommandanten Elmar Thaler. Dieser verwies darauf, dass so lange man zu Italien gehöre, auch mit Italien untergehen werde. Da helfe auch keine Autonomie und auch keine Europaregion Tirol, die man in Brüssel nicht ernst nehme. "Wir sind die Stimme jener, die vor uns für die Heimat eingestanden sind, für sie gelitten haben und für sie gestorben sind. Tun wir also alles dafür, dass 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg, mit friedlichen Mitteln wieder zurechtgerückt wird, was italienische Habgier damals heraufbeschworen hat und mehr als einer Million Menschen im Krieg und leider auch einigen im Freiheitskampf der 1960er Jahre – auf beiden Seiten – das Leben gekostet hat", sagte Thaler. Musikalisch umrahmt wurde die gesamte Feier von der MusikkapelleFrangart. Die Ehrensalve feuerte die Schützenkompanie "Sepp Kerschbaumer" Eppan ab. Zur Kranzniederlegung erklang die Weise des "Guten Kameraden". Abgeschlossen wurde die würdige Gedenkfeier traditionsgemäß mit der Tiroler Landes- und der Österreichischen Bundeshymne. Bei der Feier waren der Andreas Hofer Bund e.V. Deutschland mit Obmann Hermann Unterkircher und der AHB Tirol mit Obmann Ing. Winfried Matuella anwesend. Ing. Winfried Matuella Obmann des AHBT Hermann Unterkircher, Bundesvorsitzender Andreas Hofer Bund e.V. Deutschland
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