Andreas Hofer Bund e.V.
© Andreas Hofer Bund e.V. 2015

Latzfons

Denkmal zur Teilung Tirols eingeweiht

Am Samstag, 10. Oktober 2020, wurde in unmittelbarer Nähe des Schutzhauses “Latzfonser Kreuz” (Klausen/Südtirol) ein Markstein, der genau in der Mitte des historischen Tirols liegt, eingeweiht. Im Beisein der drei LandtagspräsidentInnen Sonja Ledl Rossmann, Josef Noggler (Südtirol) und Walter Kaswalder (Trentino) sowie von Schützen und Gästen aus der gesamten Europaregion Tirol-Südtirol- Trentino wurde das Denkmal mit der Aufschrift „Markstein Mitte Tirols als Denkmal für die am 10. Oktober 1920 erfolgte ungerechte Teilung des Landes Tirol und als Wegweiser für eine europäische Perspektive“ feierlich gesegnet. „Ein grausamer Krieg, Machtpolitik und ein Frieden, der keiner war, haben zur Zerreißung des Landes geführt. Doch nun ist Tirol wieder eins. Natürlich – auf eine andere Art und Weise, als es noch vor 100 Jahren der Fall war, aber dennoch vereint – in der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino“, so LTPin Sonja Ledl-Rossmann. Schützenkurat Pater Christoph Waldner OT zelebrierte die Feldmesse für vielen Besuchern auf, so wie er sagte, den höchsten Wallfahrtsort auf 2.300 m in Europa. Er ging in seiner Predigt auch auf dem Mittelpunkt des Kreuzes ein, auf den Mittelpunkt in dem Gott steht und er freue sich, dass er zu der Feier eingeladen wurde um den Gedenkstein zum Mittelpunkt Tirols zu weihen. Die Musikkapelle Latzfons umrahmte die Feier musikalisch und eine Ehrenformation des Schützenbezirks Brixen unter dem Kommando vom Hauptmann der Schützenkompanie Latzfons Martin Pfattner schoss die Ehrensalve. Ein Projekt für Wurzeln und Weitsicht Südtirols Landtagspräsident Josef Noggler betonte die symbolische Kraft des neuen Gedenkortes: „Das gefällt mir so an unseren Bergen: Man muss mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, um Halt zu haben, und man wird dafür mit einem Ausblick in die Ferne belohnt, über die Grenzen hinaus. Beides tut uns gut. Und beides – Wurzeln und Weitsicht – tut auch der Europaregion gut. “Sepp Kaser, Projektleiter des Schützenbezirks Brixen, ging auf die Baugeschichte des Marksteins ein und betonte als Abschluss seiner Rede: „Herkunft ist Zukunft – auch in Zukunft soll es uns Auftrag sein, im Rahmen der Möglichkeiten unsere Heimat Gesamttirol zu erhalten“. Anschließend enthüllten die Ehrengäste das Denkmal. Der Mittelpunkt des historischen Tirols Der vom Südtiroler Schützenbund, dem Schützenbezirk Brixen sowie der Schützenkompanie Latzfons errichtete und u.a. von der Glockengießerei Grassmayr aus Innsbruck realisierte Markstein soll dem 100. Jahrestag der Annexion Südtirols und Welschtirols sowie anderer Gebiete durch Italien am 10. Oktober 1920 gedenken und dabei den Mittelpunkt des somit zerrissenen historischen Tirols symbolisieren. Er weist die Entfernungen zu den Außengrenzen des ehemaligen Kronlandes und soll, wie bei der Segnung betont wurde, die Verbundenheit zum Heimatland Tirol aufzeigen und ein Zeichen für die europäische Zukunft der drei Mitgliedsländer der Euregio setzen. Wird um die Grenzen des Historischen Tirols ein Rechteck gelegt und in diesem zwei Diagonalen gezogen, so befindet sich der Mittelpunkt des historischen Tirols in Latzfons (Gemeinde Klausen). “Ein aufrichtiges Vergelt’s Gott allen! Allen die mit Mut, Kraft und soviel Herzblut diesen Markstein der Mitte Tirols errichtet haben. Die Schützenkompanie Latzfons und der Schützenbezirk Brixen haben damit einen neuen Wegweiser geschaffen: Einen, der zum Stilfserjoch zeigt, nach Kufstein ebenso, wie nach Scharnitz oder weiter südlich nach Borghetto. Dieser Wegweiser zeigt aber besonders: in die Zukunft! Denn dieser Wegweiser schafft Verbundenheit und stärkt unsere gemeinsame Heimat Tirol! Heute und in Zukunft”, sagt der Landeskommandant des Bunds Tiroler Schützen, Major Thomas Saurer. Ganz andere Töne schlug in einer kurzen feurigen Rede, der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes Jürgen Wirth Anderlan an. Er sehe von eine „ausgebauten Autonomie“ nichts, wen er in das Bozner Krankenhaus gehe, wo ihm nur italienisch zu Ohren kommt und um seine Heimatsprache kämpfen muß. Er ist nicht abgeneigt von einen geeinten Europa, aber es interessiert ihn weniger, was ein Fischer in Finnland tut oder ein Torerokämpfer in Spanien. Er kämpft für seine Landsleute, für die Volksabstimmung für Südtirol, dass das Land wieder zurückgeführt wird wo es hingehört. Er forderte die anwesenden Politiker eindringlich auf, das in die Wege zu leiten. Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat für das Denkmal die Schirmherrschaft übernommen. Der Andreas Hofer Bund für Tirol und der Andreas Hofer Bund e.V. beteiligten sich mit einer großzügigen Spende an diesen Projekt. Der Andreas Hofer Bund e. V. Tirol war mit dem Bundesvorsitzenden Hermann Unterkircher und Bundesleitungsmitglied Günther Schwaller vertreten. Der Andreas Hofer Bund für Tirol war mit Peter Kopetz vertreten. Der Bundesobmann vom AHB Tirol Alois Wechselberger war bei der Gedenkfeier 100 Jahre Annexion Südtirol in Trient zugegen. Sie bedanken sich auch beim Schützenbezirk Brixen, Josef Kaser, für den reibungslosen Transport zum Latzfonser Kreuz, und bei der Bergwacht Lazfons für die Mitnahme zurück zum Parkplatz Kühhof. Hermann Unterkircher Bundesvorsitzender Andreas Hofer Bund e.V.  
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