Andreas Hofer Bund e.V.
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Niederbronn

Gedenken und Einbettung in Niederbronn - Kriegsgräberstätte vor 50 Jahren eingeweiht

Sängerin Corinna Fuhrmann beeindruckte die Gäste der Gedenkveranstaltung anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kriegsgräberstätte in Niederbronn mit einfühlsamen Interpretationen von „Sag mir wo die Blumen sind“ und „Lili Marleen“. Das Wetter schien gnädig an diesem 1. Oktober 2016, an dem genau vor 50 Jahren die deutsche Kriegsgräberstätte im französischen Niederbronn- les-Bains eingeweiht wurde. Bernard Klein, Leiter der benachbarten Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS), begrüßte dazu viele französische und deutsche Gäste. In der Gedenkveranstaltung wurde deutlich, dass der Jugend eine zentrale Rolle für die künftige Arbeit der Kriegsgräberfürsorge sowie für das friedliche Zusammenleben in Europa zukommt. Als Abschluss des Gedenkens folgte dann die würdige Einbettung von 15 Kriegstoten. In seinem historischen Kurzvortrag skizzierte JBS-Leiter Klein zuvor die Entstehungsphase der Kriegsgräberstätte Niederbronn sowie den damaligen Zeitgeist der 1960er-Jahre. Nur zum Vergleich: Im Jahr 1966 zählte man bei der Einweihung der Kriegsgräberstätte über 20 000 Besucher. Anfang Oktober 2016 kamen dagegen nur etwa 250 Gäste anlässlich des 50. Jahrestages der Einweihung. Damals, zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, befand sich die Gesellschaft noch immer im Umbruch. Viele Menschen hatten weiter mit den direkten und indirekten Folgen des Zweiten Weltkrieges zu kämpfen. Doch die Wirtschaft erholte sich überraschend gut von den Kriegsjahren und auch die Jugend engagierte sich über die Grenzen hinweg immer stärker für den Frieden in Europa. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte der europäischen Aussöhnung und Verständigung, die bis heute fortwirkt. Der ehemalige französische Staatsminister Daniel Hoeffel appellierte in seiner Gedenkrede auf eindrucksvolle Art an die gemeinschaftlich zu tragende Verantwortung, Europa wieder als Wertegemeinschaft zu sehen. Bevor die Kränze der Stadt Niederbronn-les-Bains, des Volksbundes sowie des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland und des Andreas Hofer Bund e.V. Deutschland, niedergelegt wurden, verlas Brigadegeneral Franz Pfrengle das Totengedenken. Die Gedenkveranstaltung bot zugleich den feierlichen Rahmen, um Gilbert Wendling, Raymond Blaise und Hubert Bronner für ihre jahrelange Mitwirkung am Volkstrauertag auf der Kriegsgräberstätte Niederbronn auszuzeichnen. Hubert Bronner von der Union National des Combattants trug während der Gedenkfeier übrigens die französische Flagge, die Tricolore, so wie er es schon bei der Eröffnung vor genau einem halben Jahrhundert getan hatte. Beisetzung von 15 Kriegstoten Im Zentrum der Gedenkfeier stand die Beisetzung von 15 Soldaten. Sie wurden in den vergangenen Monaten aus namenlosen Grablagen in den umliegenden Wäldern geborgen und erhielten nun endlich eine würdige letzte Ruhestätte auf der Kriegsgräberstätte Niederbronn. Zwölf dieser Kriegstoten fand man in einem Waldstück nahe Bliesbrück, das nur etwa 50 Kilometer von Niederbronn entfernt liegt. Dabei gelang es dem Volksbund in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Dienststelle in Berlin, drei der eingebetteten Kriegstoten erfolgreich zu identifizieren – und ihnen so über 70 Jahre nach ihrem Ableben ihre Namen zurückzugeben. Die Beisetzung wurde unter dem Segen von Pfarrer Patrick Gebel durch das beindruckende Trompetenspiel von Major Patrick Kautzmann umrahmt. Für die Gäste war dies wohl der bewegendste Moment der Gedenkveranstaltung, die zusätzlich durch das Stadtorchester von Niederbronn-les-Bains unter Leitung von Alain Freyermuth und durch Corinna Fuhrmann künstlerisch aufgewertet wurde. Die Sängerin Corinna Fuhrmann beeindruckte die Zuhörer mit ihren einfühlsamen Interpretationen von „Sag mir wo die Blumen sind“ und „Lili Marleen“. Bemerkenswert ist auch, dass Besucher aus Ungarn anwesend waren und der Grabstein von Josef Heuschmidt mit einer Banderole mit den ungarischen Nationalfarben geschmückt ist. Im Besucherraum des Friedhofes lud abschließend die Sonderausstellung „Die Niederbronner und ihr Militärfriedhof“ die Besucher zum Verweilen und zu vielfältigen Gesprächen ein. Die Freiwilligen der JBS hatten dazu schon im Vorfeld viele Niederbronner Bürger befragt, um persönliche Geschichten aus der Gründerzeit der Kriegsgräberstätte zu sammeln und zu erkunden, wie sich dieser Gedenk- und Erinnerungsort im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr in das gesellschaftliche Leben der Stadt eingefügt hat. Pünktlich zum Empfang, als sich die Gäste also bereits in den einladenden Räumen der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte befanden, prasselte dann doch noch der strömende Regen über die hügelige Landschaft der Nordvogesen. Die Gruppe Saar-Pfalz vom Andreas Hofer Bund e.V. besucht jährlich am Volkstrauertag die Gräber der gefallenen Tiroler und legt Blumengebinde nieder. Jetzt zur Feier war auch der Andreas Hofer Bund Tirol mit Mitglied Peter Kopetz und der Andreas Hofer Bund e.V. mit den Finanzreferent Karl Christmann und den Bundesvorsitzenden Hermann Unterkircher vertreten. Als Fahne wurde die Gruppenfahne der Gruppe Saar Pfalz des Andreas Hofer Bund e.V. mitgeführt. Der Südtiroler Schützenbund wollte auch bei dieser Feier anwesend sein, aber es gab leider Unstimmigkeiten mit der Friedhofsleitung, so dass sich der Schützenbund nicht in der Lage sah unter diesen Umständen teilzunehmen. Hier die Namen auf den Friedhof bestatteten Tiroler: Sturmmann  Fischer  Alois            10.06.1921    19.01.1945     Partschins Flieger         Kaserer Hubert         21.10.1926    12.08.1944     Seis Oberschtz.   Gruber Albert           08.04.1923    24.02.1945     Lana Jäger           Orian Gottlieb           14.06.1921    Jän.- Feb.45   Kurtatsch Sturmmann  Stabinger Josef         13.12.1922    05.01.1945     Sexten Hptschrfhr.  Herget Franz             21.02.2016    17.01.1945     Brixen Sturmmann  Viehweider Josef      26.08.1909    19.01.1945     Bozen Gefreiter     Czibulka Fritz            30.06.1903    16.10.1944     Sterzing                    Jenewein Franz         23.06.1921    13.06.1945     Sterzing Sturmmann  Frötscher Johann      10.01.1925    29.01.1945     St.Pauls Obergefr.     Täubl Franz               28.05.1909    15.01.1945     Innsbruck Jäger           Pfarrmaier Johann    09.11.1922    12.11.1944     Lienz Sturmmann  Pomberger Richard    05.03.1926    13.02.1945     Innsbruck                     Perkhofer Alois          27.07.1924    ...1944           Natters Weitere Gefallene aus Tirol finden wir u.a. auf den Kriegsgräberstätten Bergheim, Kronenburg im Elsaß und Andilly in Lothringen; Der AHB e.V. aus Deutschland kümmert sich schon seit einigen Jahren um die Gräber von im 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Tirol in Südwestdeutschland und Elsaß-Lothringen. Sollten Sie sich für weitere Informationen zu Grablagen Ihrer Gefallenen interessieren, dann sind wir Ihnen gern dabei behilflich. Melden Sie sich bei uns unter der e-mail Adresse: AHB-ev@gmx.de. Hermann Unterkircher Bundesvorsitzender, Karl Christmann Finanzreferent, AHB e.V. Deutschland
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